Milo Goes To College Jahresrückblick 2019

Hallo zusammen, ich bin Milo und mach bei Radio Radius die Sendung Milo Goes To College, in der ich versuche, das beste aus der Welt der alternativen Musik zu zeigen. Dort habe ich bereits in der letzten Ausgabe dieses Jahres etwas zu meinen persönlichen musikalischen Favoriten aus 2019 gesagt. Die Sendung läuft aber am Samstag Morgen und ich finde, das auch SpätaufsteherInnen diese fantastische Songs hören sollten. Deshalb wollte ich auch noch diesen schriftlichen Beitrag mit euch teilen. Ich habe hier 25 LPs wie auch 10 Nicht-LP-Veröffentlichungen, die mir dieses Jahr besonders gut gefallen haben, ausgewählt und rangiert. Vielleicht sieht eure Liste ganz anders auch, vielleicht habt ihr gar keine, und das ist ganz cool so. Alle 35 KünstlerInnen hier haben es aber auf jeden Fall verdient, auf euren Lautsprechern ganz laut gespeilt zu werden. Viel Spass damit, und lasst mich auf unserer Facebook-Seite oder so auf jeden Fall auch wissen, falls ich etwas verpasst habe!

Top 10 EPs und Singles

10. storm – Now We Are Here

Mit ihrer EP Now We Are Here sorgen die Zürcher storm für Wirbel in der Schweizer Punk-Szene. Ihr “Floral Punk” orientiert sich an den Epi-Fat-Sound der 90er-Jahre, sie schmeissen aber noch Orgelklänge in den Mix. Wieso tun dies eigentlich nicht mehr Punk-Bands?

9. Jail Socks – It’s Not Forever

Es gibt zwei Varianten von Midwest Emo: den Punk-Pop à la Promise Ring und den jazzigen Math-Rock von American Football. Jail Socks kommen zwar aus dem Südosten und nicht dem mittleren Westen der USA, aber sie kombinieren diese beiden musikalischen Ausrichtungen auf ihrer EP It’s Not Forever zu einer erfrischenden Neuauflage des klassischen Emos. Klar, es gibt mittlerweile schon sehr viele Emo-Revival-Bands, aber keine haut Zuhörende so sehr aus den Socken wie Jail Socks.

8. Cold Reading – Zyt

Mit Zyt wagen die Luzerner Cold Reading ein Konzeptalbum zum Thema Zeit, das sie aber der kurzen Aufmerksamkeitsspanne moderner Musikhörender zuliebe als drei separate EPs zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft veröffentlichen. Inhaltlich geht es in diesen Songs kurz gefasst darum, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um in der Gegenwart die richtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die musikalische Ursprünge der ersten EP Past Perfect gehen zurück in die 90er Jahre mit Emo-Bands wie Sunny Day Real Estate oder Mineral, während sich die Present Tense eher am zeitgenössischen Indie orientiert. Future Continuous, der letzte Teil, wird in der Zukunft, sprich Januar 2020, veröffentlicht. Die Single Tree Diagram lässt aber erahnen, dass hier wesentlich mehr elektronische Elemente vorhanden sein werden.

7. Dead Format – Write Your Own Story

Die Melodic-Hardcore-Band Dead Format kommt wie Avail aus Richmond, Virginia, musikalisch kommt sie aber an Lifetime viel näher. Wie diese beiden Bands findet sie auf den fünf Songs ihres Debuts die perfekte Balance zwischen Melodie und Härte. Write Your Own Story zeigt, dass dieser Stil auch in 2019 noch kein totes Format ist.

6. Sheena, Anika and Augusta – Simple Pleasures

Sheena Ozzella (Lemuria), Anika Pyle (Chumped, Katie Ellen) und Augusta Koch (Cayetana, Gladie) haben sich für die EP Simple Pleasures zusammengesetzt, um vier minimalistische Indie-Folk-Songs zu produzieren, die nicht ins musikalische Format ihrer Bands passen. Alle übernehmen auf je einem Lied Lead Vocals, bevor sie mit der a capella Nummer For Billy abschliessen. Es muss nicht immer lauter Indie-Punk sein, man kann auch Vergnügen an Stimmharmonien über einfache Melodien auf der akustischen Gitarre haben.

5. Annie Taylor – Not Yours

Nach einigen Singles präsentieren Annie Taylor, die Zürcher Indie-Band mit Grunge- und Psych-Rock-Einflüssen, ihre erste EP, die fünf neue Songs enthält. Das verträumte und verliebte Under Your Spell eröffnet die EP mit seinen verzerrten Gitarren und ist echter Ohrwurm. Songs wie S.L.E.E.P. haben ein Retro-Rock’n’Roll-Feeling, sie sind aber dank dem starken Pop-Songwriting von Frontfrau Gini Jungi & Co auch gewissermassen zeitlos.

4. Spanish Love Songs – Losers

Vor einigen Monaten teilten Spanish Love Songs auf ihrem Instagram-Kanal einige Memes zum Thema “Spanish Love Songs ripped off The Menzingers”, aber Songtexte wie my bleak mind says it’s cheaper to die auf der Single Losers sind öder als jeder Song auf On The Impossible Past. Trotzdem sind diese Memes nicht ganz falsch, beide Bands spielen schliesslich Melodic Punk mit einem erheblichen Springsteen-Einfluss. Losers klingt tatsächlich wie ein etwas härteres und düsteres Born to Run, die Protagonisten hier sind eben Losers und nicht bloss tramps. Auch die B-Side (No) Reason to Believe behandelt die deprimierende ökonomische Lage von Frontmann Dylan Slocum und seinem Umfeld, in der die kräftigen Melodien von Spanish Love Songs vielleicht für ein kleines bisschen Erlösung sorgen können.

3. Lucy Dacus – 2019 EP

Singer-Songwriterin der Stunde Lucy Dacus kann scheinbar nichts falsch machen, auch nicht ein Cover von Last Christmas. Dieses hat sie mit anderen Covers und Neukompositionen, die sie dieses Jahr zu verschiedenen Festtagen veröffentlicht hat, nun zu einer einzigen EP zusammengefasst. Von den Covers überzeugt Dancing in the Dark, das Dacus zum Geburtstag ihres Vaters aufgenommen hat, am meisten. Als sie I ain’t nothing but tired singt, kann man die Verzweiflung in ihrer Stimme hautnah spüren. Und falls jemand eine melancholische Tonspur für den Morgen nach der Silvesterparty braucht, ist Fool’s Gold perfekt geeignet.

2. Bacchae – Everything Ugly

Alle ihre Exen heiraten, kriegen Kinder und besitzen Häuser, während sie selbst überfordert und müde sind. Alles in ihrem Leben mag hässlich sein, aber die Gitarrenmelodien auf dieser neuen Single der Indie-Rocker Bacchae sind wunderschön. Ihr textlich melancholischer, musikalisch fröhlicher Power-Pop wäre auf einer Playlist neben R.E.M. oder den dB’s in bester Gesellschaft.

1. Mr. Linus – Revue

Mit ihrer Kombination aus klirrendem Post-Hardcore, deutschem Sprechgesang und soziopolitischem Bewusstsein sind Mr. Linus ein frischer Wind, der durch die Schweizer DIY-Musikszene weht. Und dies nicht in erster Linie, weil sie mit einem gesprochenen Max Frisch Zitat das Vinyl-Release ihres Debut-EPs beenden, eine willkommene Abwechslung in einer Punk-Welt, die mit Bukowski- und Kerouac-Referenzen gefüllt ist. Wie Frisch zu seiner Zeit plädieren Gitarristin Anna Clavadetscher und Bassistin Rebecca Schelling auf dem letzten Track Imaginé für Solidarität mit MigrantInnen. Dies ist vielleicht die eindeutigste Aussage der Band, die sich nicht mit einfachen Parolen zufrieden gibt und wirklich zum Nachdenken anregt. Wenn du zurückblickst, wirst du erkennen, dass alles was mal war, alles ist, was jemals sein wird, der Refrain im etwas poppigeren ersten Song Vongestern, kann beispielsweise als Aufbruchstimmung oder Verzweiflung interpretiert werden. Es muss sich etwas ändern, es klappt aber irgendwie aber nicht, und Mr. Linus zwingen Zuhörende, sich zu fragen, weshalb eigentlich nicht. Es ist auch erstaunlich, wie viele verschiedene Klänge in dieser 15-minutigen EP verpackt sind: Synthie dort, Breakdown da, wunderbar hört sich das an. Mr. Linus sind zurzeit eine der innovativsten Bands im deutschsprachigen Raum und deshalb muss ihr Debut an erster Stelle stehen, als wir über den besten EPs und Singles des Jahres Revue passieren lassen.

Top 25 LPs

25. Ellen and the Degenerates – Return of the Herb

Ellen and the Degenerates sollte man nicht nur wegen ihrem Bandnamen kennen, auch wenn er zu den weltweit besten gehört. Die Band aus Brooklyn spielt holprigen Punk mit versteckten Melodien und scharfzüngigen Texten. Die sarkastische, selbstdeprimierende Attitüde von Songs wie Beach Dumpster oder Dumb 2 Exist ist im Punk nicht unbedingt neu, aber Frontfrau Elena Barrio getraut sich, etwas rotziger und direkter als viele andere zu sein. Das Cover von Billy Idols Dancing With Myself macht ausserdem eine Menge Spass. Schade nur, dass der Spass nach nur 2 Alben schon vorbei ist. Ellen and the Degenerates haben nämlich kurz nach der Veröffentlichung von Return of the Herb ihre Auflösung ankündigt.

24. Clowns – Nature/Nurture

Die Australier Clowns spielen Hardcore-Punk mit stark verzerrten Gitarren und einem kleinen bisschen Rock’n’Roll-Attitüde. So sehnen sie sich auf Bland is the New Black, dem ersten Song ihres vierten Albums Nature/Nurture, nach Zeiten, als die Pop-Kultur noch gefährlich war. Sie haben aber durchaus auch relevantere Sorgen, auf Freezing in the Sun brüllt Frontmann Stevie Williams packer feeding daily depression as we watch the whole world fry. Trotz ihrem Name sind Clowns eben nicht zum Scherz hier.

23. The Run Up – In Motion

Bei The Run Up aus Bristol ging es 2019 effektiv steil nach oben, als sie innerhalb der europäischen Punk-Szene vom Geheimtipp zu Publikumslieblingen aufgestiegen sind. Tatsächlich waren sie dieses Jahr auch viel In Motion, sprich auf Tour, unter anderem haben sie nicht weniger als drei Mal in Zürich gespielt. Auf dem neuen Album befindet sich eine starke Gruppe von Songs, zu denen ihre Anhänger sehr gerne mitsingen werden. Die Gitarren von Charlie Parsons und Laurence Nelson erinnern etwa an Saves the Day, die Stimme von Frontmann Larry Bernhard ist aber viel eher mit Chuck Ragans als mit Chris Conleys vergleichbar. Die Lieder auf In Motion sind um einiges abwechslungsreicher als auf den vorherigen Releases von The Run Up. So geben sie auf dem ersten Song Portraits Vollgas, um dann auf Grip etwas langsamer und melodischer zu werden. An Songzeilen wie I feel like the luckiest person in the world sometimes erkennt man auch, dass die Bandmitglieder ihr Herz am rechten Fleck haben und ihren derzeitigen Erfolg zu schätzen wissen.

22. No Sugar – Rock’n’Roll Isn’t Boring, It’s You

No Sugar, eine neue Band aus ehemaligen Mitgliedern von Stumbling Pins, No Weather Talks und Plastic Propaganda, liefern entgegen ihrem Namen ein Debut-LP voller süsser Gitarrenmelodien ganz im Sinne der Ramones oder Blondies. Ihr “Anarcho-Rock’n’Roll” zeigt eine deutliche feministische Haltung, die aber auf Time’s Up und Pizza Girl* mit verspielten Vergleichen zu Kuchen respektive Pizza herübergebracht werden. Wenn man nach dem letzten Track Hidden, einer witzigen akustischen Nummer auf der Ukulele, immer noch gelangweilt ist, liegt es definitiv nicht an No Sugar.

21. Shoreline – Eat My Soul

Auf ihrer Debut-LP Eat My Soul betreten Shoreline aus Münster neue Ufer für den Emo-Punk im deutschsprachigen Raum. Hier arbeiten sie viel mehr mit langsameren Tempi und Laut/Leise-Wechseln als auf ihrer letztjährigen EP You Used to Be a Safe Place, die viel mehr nach klassischem Melodic-Punk klang. Frontmann Hansol Seung & Co. sind aber immer noch dieselben Sad Kids, und Songzeilen wie I’ll play my cards with the failure in sight aus Andre the Giant wirken zum Glück stets ehrlich und keineswegs erzwungen. Der explosive Refrain der zweiten Single Bent/Broken fährt sofort ein und erinnert etwa an Jimmy Eat World auf Futures. Wer Emo mit viel Seele mag, wird seinen musikalischen Hunger mit Eat My Soul bestens stillen können.

20. Slingshot Dakota – Heavy Banding

Keyboardistin Carly Comando und Schlagzeuger Tom Patterson sind nicht nur das Synthpop-Duo Slingshot Dakota, sondern auch ein verheiratetes Paar, wie man am Coverbild ihres vierten Albums Heavy Banding erahnen könnte. Während Patterson mit seinen donnernden Schlägen für eine Intensität, die in Pop-Songs selten ist, sorgt, hat Comando stets das volle Kommando über ihre Tasten. Sie schafft auf Songs wie Premeditated oder Louder dichte, vielschichtige Klangwelten, die auch von einer vierköpfigen Band stammen könnten, überzeugt aber auch auf dem leiseren, langsameren Casino Night, mit seinen markanten Orgel-Tönen. Mit den Pop-Perlen auf Heavy Banding katapultieren sich Slingshot Dakota eindeutig in die Stratosphäre der DIY-Musikwelt.

19. Cultdreams – Things That Hurt

Die Wut des Punks mit den sphärischen Klängen des Dream-Pops zu vereinigen, ist kein leichtes Unterfangen, aber genau dies gelingt dem englischen Duo Cultdreams auf dem zweiten Album Things That Hurt. Auf dem zweiten Track Not My Generation protestiert Gitarristin Lucinda Livingstone gegen Sexismus und andere Formen von Diskriminierung innerhalb der DIY-Musikszene, bevor die verzerrte Gitarre des Refrains ausbricht. David Bello und Katie Dvorak aus The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die, die vor etwa zwei Jahren mit Cultdreams auf Europatour waren, singen auf der ersten Single We Never Rest mit, auch sonst scheint ihr Post-Rock die neue musikalische Ausrichtung von Cultdreams zu beeinflussen. Born an Underdog, Still Living One heisst der erste Song auf We Never Rest, und dieses Album ist tatsächlich der perfekte Soundtrack für Aussenseiter in einer Welt, in der Boris Johnson Premierminister Grossbritaniens ist.

18. PUP – Morbid Stuff

Auf ihrem dritten Album Morbid Stuff liefern PUP noch mehr Songs über Angstgefühle, Alkohol und das Älterwerden und klingen dabei noch grösser und glänzender als je zuvor. Einige Fans werden vielleicht das Chaos und die Folk-Elemente der ersten zwei Alben vermissen, aber das Songwriting der vier Kanadier ist hier um einiges stärker geworden, man siehe den Title-Track oder Free at Last mit dem eindrücklichen Refrain just because your sad again, doesn’t make you special at all. Auf Scorpion Hill zeigt Steve Sladkowksi auch, dass er auf der Gitarre echt etwas drauf hat. Kanada produziert zurzeit unglaublich viele herausragende Punk-Bands (man siehe auf dieser Liste noch Pkew Pkew Pkew oder Mobina Galore), aber PUP ziehen bei Konzerten das mit Abstand grösste Publikum an, vermutlich, weil so viele junge Leute sich mit ihren Liedern identifizieren können. Morbid Stuff ist vielleicht auch das nächste an ein Dookie oder Smash, dass diese Generation hat.

17. Charly Bliss – Young Enough

Auf ihrem zweiten Album Young Enough tauschen die New Yorker Indie-Rocker den Grunge-Einfluss ihres Debuts Guppy gegen die Synthpop-Klänge der 80er. Ein solch radikaler Stilwechsel wird jeden beim ersten Hören schockieren und kann auch nicht jeder Band gelingen, dank dem äusserst intelligenten und detailliertem Songwriting von Charly Bliss funktioniert er auf Young Enough bestens. Selbst wenn sie auf Chatroom über traumatische Erlebnisse singt, scheint Frontfrau Eva Hendricks mit ihrer einzigartigen Helium-Stimme während dem ganzen Album jede Menge Spass zu haben. Diese Energie ist ansteckend und wenn sie auch beim nächsten Album erhalten bleibt, können Charly Bliss klanglich machen, was sie wollen. Sie sind schliesslich noch jung genug, um etwas zu wagen.

16. Mannequin Pussy – Patience

Man stelle sich mal vor, Hüsker Dü hätten 1986 New Day Rising und Flip Your Wig zu einem einzigen Album kombiniert. Dieser Vorstellung kommen Mannequin Pussy auf dem neuen Album Patience sehr nahe, hier wechseln sich nämlich rasende Hardcore-Nummern wie Cream mit sanften Pop-Kompositionen wie Drunk II ab. Letzteres ist ein Breakup-Song mit den unvergesslichen Zeilen I was so fucked up I forgot we were broken up, I still love you, you stupid fuck. Frontfrau Marisa Dabice kann mit ihrer Stimme eine unglaubliche Vielfalt an Emotionen herüberbringen, auch deshalb gelingt Mannequin Pussy der Stilwechsel weg vom reinen Hardcore im Vergleich zum Vorgänger-Album Romantic auf ihrem ersten Album für Epitaph Records so gut.

15. Prince Daddy & the Hyena – Cosmic Thrill Seekers

Auf ihrer Doppel-LP Cosmic Thrill Seekers schaffen Prince Daddy & the Hyena ein dreiteiliges Konzeptalbum über die zyklische psychische Verfassung ihres Frontmannes Kory Gregory. Dabei klingen sie wie NOFX auf LSD, als sie akustische Instrumente und Psychedelia ins Pop-Punk-Format integrieren. Untypisch für dieses Genre ist Cosmic Thrill Seekers auch keine leichte Kost mit Hits, bei denen man sofort mitsingen kann. Wer es aber wagt, das Album ein paar Mal als ganzes durchzuhören, wird auf eine der mitreissendsten und abwechslungsreichsten Reisen im Punk-Universum mitgenommen. 

14. Dude York – Falling

Auf Falling präsentiert das Seattle-basierte Trio Dude York nostalgisch gefärbter Indie Rock mit deutlichem Einfluss der Klänge des Alt-Rock-Radios um die Jahrtausendwende. So zitiert Gitarrist Peter Richards auch direkt The Killers auf Box oder Smash Mouth auf Doesn’t Matter. Bassistin Claire England übernimmt das Gesang auf Should’ve, der lauteste und verzerrteste Song auf dem Album. Auf dem dem Title-Track fällt alles zusammen, was Falling auszeichnet: Englands sanfte Stimme, Richards klirrende Melodien und Texte, die sich nach besseren Zeiten mit der Musik von damals sehnt.

13. Telethon – Hard Pop

Auf Hard Pop mäandert Telethon aus Milwaukee, Wisconsin mit epischem Power-Pop inklusive vielen Keyboards, Trompeten und Streichern durch den Alltag im mittleren Westen der USA. Ihre Musik erinnert etwa an The Hold Steady oder Piebald, mit noch einer Extraportion Nerd-Humor dazu. Auf dem ersten Track Loser/That Old Private Hell heisst es beispielsweise being a loser’s a gift though it don’t seem like it now, und es gibt auch einen Song namens Time to Lean (This Whole Building Runs On Windows 98). Hier singt Frontmann Kevin Tully unter anderem über einen right wing dad, der sweet potato fries murmelt. Die Vielzahl solcher witziger Anekdoten verleihen diesem Album viel Charme, und Hard Pop ist auch äusserst eingängig, auch wenn es nur wenige traditionelle Refrains enthält. Telethon sind so stolz darauf, uncool zu sein, dass sie im letzten Track Manila auch noch einen Ska-Part einbauen.

12. Not On Tour – Growing Pains

Trotz ihrem Namen hat die israelische Band Not On Tour ganz viele Shows in ganz Europa gespielt… Ok, das war jetzt N.O.T. Funny, und so heisst auch der selbstironische fünfte Song auf Growing Pains. Not On Tour rasen auf dem neuen Album in nur 23 Minuten durch 19 Songs, ihr Hardcore-Punk erhält dank Production des Useless ID-Gitarristen Ishay Berger einen ordentlichen Schliff. Frontfrau Sima Brami wittert auf Witchhunt gegen religiöse Institutionen, auf Call It Freedom gegen Rassismus und auf Therapy gegen sich selbst. Ein furioses Statement einer Band, die nichts anderes kann, als Vollgas geben.

11. Pkew Pkew Pkew – Optimal Lifestyles

Optimal Lifestyles ist der Kater nach der Party, welche die kanadische Pop-Punks Pkew Pkew Pkew auf ihrem selbstbetitelten Debut-Album vor 3 Jahren geschmissen haben. Wie sie auf dem ersten Track Still Hanging out After All These Years zeugen, sind sie immer noch die same dumb kids, aber wer schon beim Vorglühen alles gibt, bekommt dies auch zu spüren. Produzent Craig Finn verleiht den neuen Songs einen volleren, ausgereifteren Klang, und die Persönlichkeiten auf dem herausragenden The Polynesian könnten auch aus einem Hold Steady Song kommen. Ein weiterer Höhepunkt ist das etwas langsamere Drinkin’ Days, auf dem Frontmann Mike Warne I hope we never have to change. Mit so vielen Ohrwurm-Riffs und Stimmharmonien müssen Pkew Pkew Pkew vorerst auch nichts ändern, auch wenn der Albumtitel Optimal Lifestyles natürlich ironisch gemeint ist und sie selbst ahnen, dann sie irgendwann im Suff ertränken werden.

10. Harmony Woods – Make Yourself at Home

Mit ihrem zweiten Album Make Yourself at Home präsentiert die noch junge Singer-Songwriterin Sofia Verbiilla alias Harmony Woods ein weiteres Indie-Rock Meisterwerk aus dem DIY-Mekka Philadelphia. Musikalisch macht Verbilla mit ihrem atmosphärischen Emo-Pop-Punk dort weiter, wo Modern Baseball 2017 aufgehört haben, sie kann aber viel schöner singen als Jake Ewald oder Brendan Lukens. Die Texte auf Make Yourself at Home behandeln den Verlauf einer toxischen Beziehung mit viel Menschlichkeit und einem feinen Auge fürs Detail. Der dritte Track The City’s Our Song könnte noch als Liebeslied passieren, spätestens bei Burden ist es aber klar, dass das Gegenüber der Protagonistin auf diesem Album gar nicht gut tut. Make Yourself at Home bestätigt, was schon auf dem Debut Nothing Special vor zwei Jahren klar war: Harmony Woods ist etwas ganz besonderes.

9. Petrol Girls – Cut & Stitch

Auf ihrem zweiten Album Cut & Stitch bringt die feministische Post-Hardcore Band Petrol Girls dringend nötigen Zündstoff in die europäische Punk-Szene. Sängerin Ren Aldrigde und Gitarrist Joe York komme aus England, Bassistin Liepa Kuraité aus Litauen und Schlagzeuger Zock Astpai aus Österreich, auf No Love for a Nation, das Cut & Stitch auch dein Titel verleiht, rechnen sie jedoch komplett mit dem Konzept von Nationen ab. Zwischen lauten, kantigen Gitarrenstücken befinden sich auf Cut & Stitch auch einige gesprochene Interludes, auf denen Aldridge die Botschaften des Albums unterstreicht und Zuhörende zum Nachdenken anregt. Auf Big Mouth bauen Petrol Girls auch noch ein X-Ray Spex-Sample ein und stossen damit an weitere Grenzen, was innerhalb des Punks möglich ist. Cut & Sitch ist ein moderner Klassiker, anders kann man es nicht sagen.

8. Nervus – Tough Crowd

Auf Tough Crowd machen Nervus aus Watford Emo, der nach Aussen statt nach Innen blickt. Die Wut und Melancholie, die mit den Genre assoziiert sind, existieren auch auf Tough Crowd, nur sind sie hier durch Fachismus und Klimakrise, und nicht einem gebrochenen Herzen, verursacht. Paul Etienne eröffnet They Don’t mit einem subtilen Keyboard-Motiv, dann krachen die Gitarren, als sich Frontfrau Em Foster lautstark gegen Polizeigewalt ausspricht. Mit durchdachten Songzeilen wie borders couldn’t stop the rising sea im letzten Song Where’d You Go werfen Nervus einen umfassenden, kritischen Blick auf die Machtsysteme unserer Welt, der mit einer donnernden, vielschichtigen Tonspur untermauert wird.

7. Mobina Galore – Don’t Worry

Das kanadische Duo Mobina Galore mit Gitarristin Jenna Priestner und Schlagzeugerin Marcia Hanson beschreibt ihre eigene Musik als “vocally aggressive power chord punk”, und auf dritten Album klingt dieser besser als je zuvor. Priestner hat nämlich bei den Gitarrentönen die goldene Mitte gefunden zwischen dem polierten ersten Album Cities Away und dem raueren Nachfolger Feeling Disconnected, an dem die Band im Song Completely Disconnected inhaltlich anschliesst. Dieser gehört zu den härteren und schnelleren Stücken auf einem Album, das mit Back to the Beginning oder Oh Irene auch langsamere Power-Pop Songs enthält. Auch der akustische Abschlusstrack Four Hours of Sleep trägt dazu bei, dass Don’t Worry das bisher abwechslungsreichste Mobina Galore-Album ist. Sie singen zwar immer noch über Gefühle der Angst uns Abschottung, auf I Need to Go Home heisst es dennoch your best is yet to come, man sollte sich bloss keine Sorgen machen.

6. Martha – Love Keeps Kicking

Martha aus England spielen Indie-Punk mit einem mehr als nur kleinen Replacements-Einfluss, ihr letztes Album Blisters in the Pit of My Heart enthielt einen Song namens St. Paul’s (Westerberg Comprehensive). War dieses Album ihr Tim, ist Love Keeps Kicking ihr Pleased To Meet Me. Sprich: ein bisschen weniger Punk, ein bisschen mehr Indie. Martha bezeichnen sich selbst als Anarchisten, ihrem leicht zugänglichen Power-Pop hört man dies aber nicht unbedingt an. Mit dem ersten Song Heart is Healing können sich wohl alle Zuhörende identifizieren, und die Harmonien im Refrain sind auch für jedes Ohr angenehm. Ein weiteres Highlight ist Into This, auf dem Bassistin Naomi Griffin die Lead-Vocals übernimmt. In einem alternativen Universum könnte aber eigentlich jedes Lied auf Love Keeps Kicking ein Hit sein.

5. Ramona – Deals! Deals! Deals!

Auf ihrem ersten Album Deals! Deals! Deals! zeigt die Philadelphia-basierte Band Ramona als grosse neue Hoffnung im Melodic Punk. Das doppelte Gesang von Gitarrist Diego Medrano und Bassistin Abby Vigderman erinnert an die Lawrence Arms, während ihre intime, ehrliche Songtexte eindeutig Richtung Emo gehen. Witzige Songtitel wie Jet Fuel Can’t Melt Steel Hearts bleiben genauso in Erinnerung wie die grossartige Hooks, die in wirklich jedem Lied hier vorhanden sind. Der beste Song auf Deals! Deals! Deals! ist gut möglich der zweitletzte, Getting Better. Hier sorgt Vidgdermans raue, verzweifelte Stimme über einem einfachen Gitarrenmotiv für ein Moment der puren Emotion, der selbst im Emo relativ selten ist. 

4. Überyou – Night Shifts

Die Zürcher Lokalhelden Überyou haben auf Bühnen von Kuba bis Indonesien gespielt und auf den Böden der Welt geschlafen. Mit Night Shifts präsentieren sie nun ein Meisterwerk des Melodic Punks, das allem aus Chicago, Gainesville oder Minneapolis das Wasser reichen kann. Im vergleich zu anderen aus ihrem Genre bringen sie aber etwas mehr Hardcore-Einflüsse und eine optimistischere Einstellung in ihre Songs, beispielsweise im herausragenden zweiten Track Survivors mit dem Refrain as long as your breathing, gotta keep on believing. Weitere Höhepunkte sind Taking Chances und Shine Down, einen schlechten Song gibt es hier aber nicht, auch wenn alle nach demselben Rezept von grossen, eingängigen Strophen und noch grösseren, noch eingängigeren Refrains aufgebaut sind. Diese Songs funktionieren aber auch am besten in einer Live-Umgebung, wo Überyou sowieso zu den Überzeugendsten überhaupt gehören. Lange Nächte mit guten Freunden und guter Musik sind für diese Band nämlich auch das wichtigste, wie der Albumtitel Night Shifts bereits andeutet.

3. Little Teeth – Redefining Home

Auf Redefining Home scheint Cory Call, ehemaliger Wild American Runner bei Arliss Nancy, seine Greater Divides mindestens grösstenteils zu überwunden haben. Wegen der Liebe von Colorado nach München gezogen, schafft er hier zusammen mit Gitarrist Jason Thompson (The Sky We Scrape), Bassist Maximilian Philipp (Captain Asshole) und Schlagzeuger Bastian Wegner eine Sammlung von hoffnungsvollen Punk-Hymnen, die stilistisch etwa an Jawbreaker oder Against Me! auf White Crosses erinnern. In dieser neuen Konstellation sind der Herzschmerz und die Country-Einflüsse, welche Calls Alben mit Arliss Nancy geprägt haben, so gut wie verschwunden, seine Whiskey-getränkte Stimme bleibt aber als einzigartiges Merkmal. Neben vielen Liebesliedern findet man auf Redefining Home den herausragenden Song Bender, eine erstaunlich ehrliche und direkte Erzählung aus der Perspektive eines Freundes Calls, der sein Leben genommen hat. Auf diesen tragischen Song folgt das treibende Riff in Amphetamine, das neben der ersten Single Thinning Out zu den Höhepunkten des Albums gehört. In einem Jahr, in dem das neue Menzingers-Album für Viele eher enttäuschend war, zeigen Little Teeth auf Redefining Home, wo es mit dieser Art Punk-Rock weitergeht.

2. Proper. – I Spent the Winter Writing Songs About Getting Better

Nach der Namensänderung von Great Wight zu Proper. hat die Band aus Brooklyn im Juli ohne Vorankündigung eines der stärksten und innovativsten Alben des Jahres herausgebracht. Sie vermischen Emo und Punk mit wesentlichen Hip-Hop-Einflüssen, beispielsweise auf dem entsprechend betitelten A$AP Rocky Type Beat. Frontmann Erik Garlington besitzt ein feines Auge für Detail, als er im Sprechgesang über seine Rolle als Musiker, das Verhältnis zur Familie, oder den Rassismus, den er erlebt, reflektiert. Seine Geschichten erzählt er stets mit viel Nuancen, Proper. zeigen aber auf dem als Radiointerview gestaltete New Years Resolutions auch eine eindeutige Haltung gegen Sexismus und Transphobie. Proper. zeigen ihren Zuhörenden auf I Spent the Winter Writing Songs About Getting Better, das man verbessern kann, was noch nicht gut ist, sei es am System oder an sich selbst.

1. Potty Mouth – SNAFU

Auf SNAFU (Situation Normal All Fucked Up) liefern Potty Mouth glänzende Pop-Songs mit purer Punk-Attitüde. Ursprünglich mit einem Major-Label-Vertrag ausgestattet, entschieden sich Potty Mouth, das neue Album auf Get Better Records, dem DIY-Label der Bassistin Ally Einbinder und ihres Partners Alex Lichtenauer (Control Top), zu veröffentlichen, um es genau nach ihrem Wunsch zu gestalten. Auf diese negativen Erfahrungen mit den Labelchefs geht Frontfrau Abby Weems auch auf Smash Hit ein. Trotzdem klingen die Instrumente auf SNAFU sehr geschliffen, viele dieser Songs würden bestens in die Arena oder aufs Radio passen. Auf 22 stellt sich Weems ähnliche Fragen über das Erwachsenwerden wie Blink-182 auf What’s My Age Again?, allerdings ohne Flitzen oder Scherzanrufe, während Starry Eyes dem gleichnamigen Song von The Records musikalisch und textlich erstaunlich nahe ist. Es gibt zurzeit viele Punk-Bands, die gerne ihre poppige Seite zeigen, aber keiner gelingt es so gut oder kompromisslos wie Potty Mouth auf SNAFU.

Mando Diao (SWE) – 26.11.2019

Location: X-TRA, Zürich
Support: Tom Allan & The Strangest

“The Swedish sensation is back” – Björn Dixgård. Der Sänger, Gitarrist und höchst charismatische Frontman Mando Diao öffnet das Konzert im zürcher X-TRA mit dieser Ankündigung. Sie sind zurück und zwar mit „Bang“ (2019), der frisch im Oktober veröffentlicht wurde.
„Bang“ winkt auf die ersten Alben der Schweden zurück und verabschiedet sich weiter von den elektronischen Tönen von „Ælita“ (2014) und enthält auch keine Lieder in schwedischer Sprache (sowie „Infruset“, 2012).

Mando Diao gelingt es, eine größere Location wie das X-TRA zu füllen. Dixgård baut von Anfang an den Kontakt mit dem Publikum auf. Er ist sehr energetisch und gesprächig und weiss, wie man mit Fans umgeht. Er besitzt ausserdem das Flair eines ältereren Rocknroller. Man merkt, dass Mando Diao bald seit fast 20 Jahren in der Musik-Szene unterwegs sind. Viele Anhänger sind schon gut über 30 und mit der Band aufgewachsen.
„Society“ aus dem letzten Album, gefolgt bei „One Last Fire“ (ebenfalls aus „Bang“) und „All my senses“ („Hurricane Bar“, 2004) werfen die Leute in ein tänzerisches Chaos.Die Band wirkt aber ab und zu viel milderer als vor dem Album „Good Times“ (2017).
Das könnte man als Zeichen einer gewissen Reifung interpretieren oder einfacher, den internen Abwechslungen der letzten Jahren zuordnen (wie z.B. Austritt des Sängers Gustaf Norén im 2015).
Mit Klassiker und neueren Songs wie „Long Before Rock’n’Roll“ oder auch „Bang Your Head“ führten uns Mando Diao zu einer ruhigeren Phase des Konzerts.Ballads wie „Mr. Moon“ und „Ringing Bells“ setzen für einen Augenblick das Energieniveau herab. Aber „All The Things I Do“ und „You Got Nothing On Me“ heben das Tempo wieder auf.
Vor dem Konzertende werden noch „Black Saturday“ (aus „Ælita“), den Hit „Gloria“ und eine verlängerte, interaktive Version von „Dance With Somebody“ (beide aus „Give Me Fire!“, 2009) gespielt.
Der über 10 Minuten lange Konzertabschluss mit singendem Publikum und wildem Tanzen wird sicher nicht so schnell von den Konzertbesuchern vergessen. Was für ein tolle Abschluss!

Links:
https://mandodiao.com/
http://www.mainlandmusic.com/

Calcutta (IT) – 21.11.2019

Support: Margherita Vicario (IT)
Location: Komplex 457, Zürich

Beim betreten der Komplex 457 am letzen Donnerstag fühlte man sich wie in einer Seitenstrasse eines Süd-Italienisches Dorfes. Wäsche hängte als Stage-Background, Italienisch wurde laut gesprochen. Wir sind am Calcuttas Konzert eingetroffen.

Zwischen der Wäsche und vor den Augen der sich füllenden Komplex-Bühne, spielt Margherita Vicario einen emotionalen und treibenden Support-Akt. Sie gilt als New-Comerin der italienischen Indie Szene und ist auch Schauspielerin. Ihre letzen Singles („Abaue“, „Mandela“ und „Romeo“) kombinieren ihre schöne, sanfte Stimme und  einen grossartigen Stimmumfang mit ethnische Beats. Das bewirkte erfolgreiche Lieder sowie einen guten Empfang der Kritik und des Publikums. Und das ganze innerhalb nur zwei Jahren.

Nach einer kurzen Unterbrechung um die Bühne vorzubereiten, meldete sich Calcutta (alias Edoardo D’Erme) gesamt Live-Band  pünktlich zum Konzertbeginn. Er spielt kein Instrument, überfüllt aber die Stage mit seinem Charakter und restlose Interpretierung seiner Lieder.

Obwohl es  nicht schwierig  war, die Publikumsfavoriten zu erkennen, haben die Zuschauer bei den meisten Songs mitgesungen. Beindrücklich war, dass Calcutta das Publikum fast nicht angesprochen hat. Das Engagement entwickelte sich spontan sowie das Mitsingen. Erst nach einigen Stücken hat er die Kommunikation mit die Zuschauern gesucht.

Während der fast ununterbrochenen Show spielte Calcutta ein gut abgerundetes Konzert mit vieler seiner Hits. Lieder aus seinen zwei  Alben „Mainstream“  (2015) und „Evergreen“  (2018) waren stark im Setlist anwesend. „Briciole“, „Kiwi“, „Orgasmo“ und dann noch „Paracetamolo“, „Cosa mi manchi a fare“ . „Nuda nudissima“ und „Oroscopo“ (seine Break-Out Track mit Takagi & Ketra) wurden zu verlangsamten Live-Versionen überarbeitet und quasi einer Dub Stimmung verliehen. Ab und zu wirkten auch die Seile der hängenden Wäsche als Neon-Lichter: einmal Blau, ein andermal Rot.

Durch „Gaetano“, „Milano Dateo“, „Frosinone“ bis hin zum grossen Finale mit „Pesto“ hat das Publikum fleissig Instastories gedreht und immer wieder die Strofen der Lieder mitgesungen.

Mit seinem Erfolg ist Calcutta auf dem Weg, den Vasco Rossi unserer Generation zu werden.

Links:
https://calcuttasitodi.it/
https://justbecause.ch/artists/artist/calcutta

Konzerthinweis – Calcutta (IT) 21.11.2019

Erstmal und kurz nach seinen Aufstieg ins Italienische Pop-Universum, geehrt uns Calcutta mit ein Konzert in Zürich (einzig in die innere Schweiz sogar!). Bärtig und unverschämt, scheuer und eher zurückhaltender als andere Musikern seinem Kaliber. Calcutta spielt sein melancholisches Dream Pop am Donnerstag 21.11 ins Komplex 457.

Radio Radius wird auch dabei sein, falls ihr auch noch ein Ticket holen wollt, die Veranstalter-Website findet ihr im Links unten 😉

https://justbecause.ch/shows/show/calcutta-komplex-457-20191121
https://calcuttasitodi.it